Innenliegende Rinne

Dachentwässerung, Rinne innenliegend, mit Stehfalzdach

Systembeschreibung / Abmessung / Metalldicke

  • Herstellung als Kantprofil, i.d.R. kastenförmig
  • Metalldicke 0,7 mm / 0,8 mm / 1,0 mm in Abhängigkeit von Zuschnitt
  • Zuschnitt bis maximal 1000 mm
  • Standardlänge 3,0 m (andere Längen auf Anfrage)
  • Fallrohre und Zubehör gemäß Lieferprogramm

Innenliegende Rinnen stellen hinsichtlich der Planung und Dimensionierung einen Sonderfall dar. Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise zur Bemessung und Konstruktion.

Dimensionierung von innenliegenden Dachentwässerungssystemen

Geltende DIN Normen und Regelwerke:

  • DIN EN 12 056-3 - Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden, Teil 3 - Dachentwässerung, Planung und Bemessung
  • DIN 1986-100 -Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke, Teil 100 - Zusätzliche Bestimmungen zu DIN EN 752 und DIN EN 12 056
  • Fachinformation des ZVSHK "Bemessung von vorgehängten und innenliegenden Rinnen"
  • Merkblatt des ZVDH "Merkblatt zur Bemessung von Entwässerungen"
  • KOSTRA-DWD 2000 - Koordinierte Starkniederschlags-Regionalisierungs-Auswertungen für die Bemessung von wasserwirtschaftlichen Anlagen, Deutscher Wetterdienst (DWD)


Die Dachrinne, die dazu gehörigen Fall-, Sammel- und Grundleitungen werden aus wirtschaftlichen Gründen und zur Sicherstellung des Selbstreinigungseffekts für ein mittleres Regenereignis bemessen. Die Berechnungsregenspende ist im Normalfall die regionale Fünfminuten-Regenspende r(5/5), die einmal in fünf Jahren erwartet werden muss.

Regenereignisse oberhalb dieses Berechnungsregens sind planmäßig zu erwarten. Um die Überlastung des Dachentwässerungssystems und Schäden durch Überflutungserscheinungen auf dem Dach zu verhindern sind gemäß DIN 1986-100 Notüberläufe vorzusehen. Dabei ist zu beachten, dass die Notentwässerungen mit freiem Auslauf auf schadlos überflutbare Grundstücksflächen vorgesehen werden.

Entwässerungs- und Notüberlaufsystem müssen gemeinsam mindestens das am Gebäudestandort über fünf Minuten zu erwartende Jahrhundertregenereignis r(5/100) entwässern können.

Nach DIN 1986-100 sind als Berechnungsregenspenden Werte nach KOSTRA-DWD 2000 anzusetzen. Entsprechende Werte finden sind auch in der DIN 1986-100, Tabelle A.1 für 90 deutsche Orte aufgeführt.

Weitere Einflussgrößen sind in den geltenden DIN Normen aufgeführt und zu berücksichtigen.

Wichtiger Hinweis:
Die Dimensionierung der innenliegenden Dachentwässerung ist aufgrund der Komplexität der Berechnung, des Platzbedarfes für die Rinne und der erforderlichen Notentwässerungen frühzeitig in der Planung zu berücksichtigen. Wir empfehlen ein Fachbüro für Haustechnik zu konsultieren. Weiterhin bieten der Fachverband der Klempner ZVSHK und der Fachverband der Dachdecker DDH Fachinformationen und Software zur Dimensionierung von vorgehängten und innenliegenden Rinnen an.

Dachentwässerung, Kastenrinne innenliegend, Konstruktionsbeispiel: Innenliegende Rinne mit Sicherheitsrinne

Konstruktionsbeispiel: Innenliegende Rinne mit Sicherheitsrinne

  • Rinnenabmessung muss praktikabel bzw. handwerksgerecht sein
  • Starkes Rinnengefälle (≥ 5 mm/m) vorsehen
  • Notentwässerung vorsehen
  • Sicherheitsrinne vorsehen
  • Abstand zwischen Rinne und Sicherheitsrinne ≥ 20 mm
  • Dehnungsabstände beachten
  • Thermostatgesteuerte Rinnenheizung und Schneefangsystem vorsehen
  • Abschluss von Wartungsverträgen


Wir empfehlen, eine innenliegende Dachentwässerung mit einer Sicherheitsrinne auszustatten. Sicherheitsrinnen können ausgeklebt oder aber aus Metall hergestellt werden. Eine ausgeklebte Sicherheitsrinne kann schon vor Beginn der Klempnerarbeiten anfallendes Regenwasser ableiten und bietet darüber hinaus ein hohes Maß an Rückstausicherheit. Der Abstand zwischen Dachrinne und Sicherheitsrinne sollte mind. 20 mm betragen. Jede Sicherheitsrinne ist mit eigenen Abflüssen ausgestattet, um eventuell eindringendes Wasser sicher ableiten zu können. Der Anschluss an die Dachkonstruktion ist fachgerecht und sicher auszuführen, so dass auch bei Rückstau kein Wasser in die Dachkonstruktion eindringen kann.

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