Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA)

RHEINZINK Klick-Leistensystem auf der WSA-Leitwarte in Trier - Ohne Querstoß oder Gefällestufe

Die traditionelle Leistendeckung mit Titanzink hat im Klick-Leistensystem eine moderne und sehr wirtschaftliche Weiterentwicklung erfahren. Die Deckung zeichnet sich durch ein ausgezeichnetes thermisches Längenausdehnungsverhalten aus, sodass sehr lange Dachflächen in einem Stück gedeckt werden können – was auch architektonischen Vorteile bietet, wie der Einsatz an einem Schleusengebäude in Trier zeigt.

An der Moselschleuse in Trier hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Trier eine neue Leitwarte errichtet, von der aus künftig auch die Schleusenanlagen in Detzem, Wintrich und Zeltingen fernbedient werden können. Herzstück des eingeschossigen Gebäudes ist der sogenannte Warteraum, also der Leitstand für die Überwachung und Ansteuerung der Schleusen, an den sich ein weiterer Trakt mit Technik-, Büro- und Sozialräumen anschließt. Diese Zweiteilung in der Nutzung ist am Dach ablesbar: Der Funktionsbereich für die Mitarbeiter erhielt ein Gründach. Etwas höher erhebt sich das Dach des Leitstands mit seiner leicht nach vorn geneigten Titanzink-Deckung im RHEINZINK Klick-Leistensystem.

Durch klassische Fassadenfenster kann das Personal den Verkehr in der Schleuse beobachten. Jedoch waren wegen der großen Tiefe des Raums zusätzliche Tageslichtöffnungen erforderlich, die mit insgesamt zwölf Flachdachfenstern hergestellt wurden. Gerade die große Raum- bzw. Gebäudetiefe war es auch, die zum Einsatz des Klick-Leistensystems bei diesem Bauvorhaben führte. Denn mit dem System können schon ab Dachneigungen von 3° maximale Scharlängen von bis zu 25 m in einem Stück verarbeitet werden. Möglich wird dies durch die spezielle Befestigungstechnik, die die Längendehnung der Schare nicht behindert und so auch bei hoher thermischer Belastung ein ausgezeichnetes Ausdehnungsverhalten sicherstellt.

Einfaches Aufklicken der Leistenkappe

Das RHEINZINK Klick-Leistensystem ist eine Weiterentwicklung der traditionellen Leistendeckungen, wie sie vor allem in Frankreich, Belgien oder Großbritannien verbreitet sind. In der klassischen Ausführung wird dort in der Längsverbindung zwischen den Scharen eine Holzleiste verlegt und mit einer Leistenkappe abgedeckt. Durch die Leiste sind die Elemente voneinander getrennt, sodass sie sich ausdehnen können, sich aber zum Beispiel auch einzeln austauschen lassen.

Die Weiterentwicklung des Leistensystems zum Klick-Leistensystem ersetzt nun die Holzleisten durch RHEINZINK-Klick-Leistenhalter aus verzinktem Stahl, wodurch auf brennbare Komponenten im Aufbau der Deckung komplett verzichtet werden kann. Die vorprofilierten Schare werden mit etwa 50 mm Abstand untereinander verlegt und die Halter dann in diesem Zwischenraum mit einem lichten Abstand von ca. 100 cm Untergrund verschraubt.

Den Abschluss bildet die Montage der Leistenkappen, die als werkseitig vorgefertigte Elemente in Längen von 3 m auf die Baustelle kommen und – wie im Namen des Systems angedeutet – einfach aufgeklickt werden. Um den notwendigen Festhaftbereich zu definieren und gleichzeitig die Schare gegen Abrutschen zu sichern, erhält jede Schar eine Nietbefestigung zum Klick-Leistenhalter. Gleiches gilt für die Leistenkappen, die zur Lagesicherung im Überdeckungsbereich jeweils einmal nicht sichtbar genietet werden.

Titanzink erfüllt architektonische Ansprüche

Die optisch elegante Form ohne sichtbare Befestigungen war ein weiterer Grund, sich an der Schleuse in Trier für das Klick-Leistensystems zu entscheiden: Das mit rund 7° nur leicht geneigte Dach kann von einfahrenden Schiffen aus eingesehen werden. Die Deckung sollte deshalb nicht nur dauerhaft und langlebig sein, sondern auch nach längerer Standzeit noch einen ansprechenden Eindruck vermitteln. Das verwendete Material RHEINZINK-prePATINA blaugrau erfüllt diese Anforderung, weil die natürliche Oberfläche in zinktypischer Patinaoptik weder beschichtet noch lackiert ist. Durch einen speziellen, von RHEINZINK entwickelten Beizprozess entsteht bereits ab Werk die blaugraue Farbgebung, die der späteren natürlichen Patinabildung schon vom ersten Tag an sehr nahekommt.

Die prägnante Leistendeckung gliedert die große Dachfläche in einem gleichmäßigen und markanten Rhythmus. Vor allem aber verlaufen die rund 17,40 m langen Schare ohne jeden Querstoß von der Traufe bis zum Pultdachfirst. Bei einer Ausführung der Dachdeckung in Falztechnik dürfen die Schare lt. Fachregel hingegen nur bis zu 10 m oder in Sonderfällen bis zu 16 m lang sein, um eine ausreichende thermische Dehnungsfähigkeit sicherzustellen. Mit dem Klick-Leistensystem konnte auf dem langen Dach der Leitwarte ohne Dachstufe (Gefällesprung) ein harmonischer und architektonisch geschlossener Eindruck gewahrt werden.

Die prägnante Leistendeckung gliedert die große Dachfläche in einem gleichmäßigen und markanten Rhythmus. Vor allem aber verlaufen die rund 17,40 m langen Schare ohne jeden Querstoß von der Traufe bis zum Pultdachfirst. Bei einer Ausführung der Dachdeckung in Falztechnik dürfen die Schare lt. Fachregel hingegen nur bis zu 10 m oder in Sonderfällen bis zu 16 m lang sein, um eine ausreichende thermische Dehnungsfähigkeit sicherzustellen. Mit dem Klick-Leistensystem konnte auf dem langen Dach der Leitwarte ohne Dachstufe (Gefällesprung) ein harmonischer und architektonisch geschlossener Eindruck gewahrt werden.

Gleichzeitig verbessert sich die Diffusionsoffenheit der Deckung, weil die erhöhten Fugenanteile zwischen Leistenfalz und Leistenkappe einen optimalen Dampfdruckausgleich ermöglichen. Ein weiterer Vorteil sind die reversiblen Schare, die beispielsweise bei eventuell später notwendigen Dachdurchbrüchen einzeln ausgetauscht werden können.

Schnelles System mit hohem Vorfertigungsgrad

Die Ausführung der Dacharbeiten in Trier übernahm Thieltges-Zunker Bedachungen aus Dreis (Rheinland-Pfalz). RHEINZINK unterstützte die Arbeiten mit einer Einweisung durch den Handwerkberater sowie mit Lehrverlegern auf der Baustelle. Zum Service beim Klick-Leistensystem gehört außerdem die Möglichkeit, den Rollformer, mit dem die vorprofilierten Schare direkt auf der Baustelle aus dem Band hergestellt werden, auszuleihen.

„Die Unterstützung durch RHEINZINK am Anfang der Arbeiten war natürlich eine Hilfe“, erinnert sich Jürgen Thieltges. „Aber wenn man wie wir einige Erfahrung mit Bauklempnerarbeiten hat, kommt man mit dem System auch allein bald gut zurecht. Der eigentliche Knackpunkt ist, wie man die ungewöhnlich langen Schare auf das Dach bekommt. Danach geht es dann aber dank des hohen Vorfertigungsgrades der Elemente und Zubehörteile sehr schnell.“

Für den Kranhub der Schare auf das Dach hatten sich die Spengler eine spezielle Traverse gebaut, sodass ein zielgenaues Absetzen auf dem Dach möglich war. Als Deckunterlage war dort eine strukturierte Trennlage ausgelegt, die der Geräuschdämpfung dient, aber vor allem ein sicheres Gleitverhalten auch bei eventuellen kleinen Unebenheiten in der Schalung sicherstellen soll.

In der ungestörten glatten Fläche konnte ohne großen Maschinen- und Werkzeugeinsatz sehr effektiv und damit wirtschaftlich gearbeitet werden, weil im System überwiegend vorgefertigte Teile verwendet werde, etwa für die Trauf- und Firstabschlüsse oder für die systemzugehörigen Leistenkappen. Lediglich die Anschlüsse an die zwölf Flachdachfenster erforderten in Trier ein höheres Maß an Detailarbeit. Zubehörteile wie Schneefänge Sekuranten oder auch aufgeständerte Solaranlagen werden beim Klick-Leistensystem zwischen den Leistenscharen befestigt, wodurch die thermische Längenausdehnung der Schare nicht behindert wird. Des Weiteren werden zusätzliche Lasten, z. B. durch eine Aufdach-Solaranlage, direkt in die Unterkonstruktion eingeleitet und können statisch nachgewiesen werden.

Innerhalb kürzester Zeit konnte das Team um Jürgen Thieltges die insgesamt rund 450 m² Dachfläche auf der Leitwarte an der Schleuse in Trier mit dem RHEINZINK Klick-Leistensystem decken. Für das WSA Trier als Auftraggeber ist damit eine wichtige Etappe bei der Modernisierung der Moselschleusen geschafft. Zug um Zug sollen jetzt die künftig zwei Schleusenkammern in Trier sowie die angrenzenden Anlagen aufgeschaltet und zentral von hier aus fernbedient werden.

Fotos: Thieltges-Zunker/RHEINZINK

Bautafel

  
BauvorhabenNeubau der Leitwarte an der Moselschleuse in Trier
BauherrLandesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) in Trier für Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Trier
DachdeckungThieltges-Zunker Bedachungen GmbH, Dreis (Rheinland-Pfalz)
SystemKlick-Leistensystem, RHEINZINK-prePATINA blaugrau