RHEINZINK und Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft verfolgt das Ziel, Materialien möglichst lange im Nutzungskreislauf zu halten. Dazu gehören unter anderem die Wiederverwendung, Reparatur und das Recycling von Produkten und Werkstoffen.
Insbesondere bei begrenzt verfügbaren Rohstoffen kann die Verlängerung von Nutzungszyklen dazu beitragen, Materialressourcen effizient einzusetzen. Darüber hinaus kann die Nutzung von Recyclingmaterial den Bedarf an Primärrohstoffen reduzieren.
Bauelemente aus Titanzink werden seit vielen Jahren für Anwendungen an Dach, Fassade und Dachentwässerung eingesetzt. Das Material zeichnet sich durch eine lange Nutzungsdauer aus und kann nach seiner Verwendung dem Recycling zugeführt werden. So lässt sich Titanzink in bestehende Materialkreisläufe zurückführen und erneut nutzen.
- LANGFRISTIGE MATERIALQUALITÄT
- RECYCLINGFÄHIG
- MATERIAL IM KREISLAUF
- WIRTSCHAFTLICHES POTENZIAL
- SYSTEMATISCHE VERWERTUNG
- RESSOURCENEFFIZIENZ
Denken in Kreisläufen
Stellen wir uns eine Bauwelt vor, in der Materialien nach ihrer Nutzung erneut eingesetzt werden können, ohne ihre wesentlichen Materialeigenschaften zu verlieren. Genau dieses Prinzip liegt der Idee geschlossener Materialkreisläufe zugrunde. Es betrachtet den gesamten Lebenszyklus eines Werkstoffs – von der Materialgewinnung über die Nutzung bis hin zur Rückführung in den Kreislauf.
Im Unterschied zu anderen Formen der Verwertung steht dabei die möglichst hochwertige Wiederverwendung von Materialien im Fokus. Ziel ist es, Werkstoffe nach ihrer Nutzung erneut für gleichwertige oder vergleichbare Anwendungen einzusetzen. Dadurch können Materialien länger im Nutzungskreislauf gehalten und der Bedarf an Primärrohstoffen reduziert werden.
Geschlossene Materialkreisläufe tragen dazu bei, Ressourcen effizient zu nutzen und Wertstoffe möglichst lange verfügbar zu halten.
Wie unser Werkstoff die Kreislaufwirtschaft lebt
1. Rohstoffgewinnung
Herkunft und Verfügbarkeit von Zink
Die Herstellung von Titanzink beginnt mit der Gewinnung der benötigten Rohstoffe. Zink macht dabei mehr als 98 % des Werkstoffs aus. Da Zink ein börsengehandelter Rohstoff ist, bestehen nur begrenzte Einflussmöglichkeiten auf seine Herkunft.
Der überwiegende Teil des für RHEINZINK eingesetzten Zinks stammt aus Europa, insbesondere aus Schweden, Finnland und Belgien sowie teilweise aus Spanien und Deutschland.
Wussten Sie schon?
Zink wird aktuell nicht als kritischer Rohstoff im Sinne der Ressourcenverfügbarkeit eingestuft. Neben der Gewinnung von Primärrohstoffen spielt auch Recyclingzink eine wichtige Rolle für die Materialversorgung. Dadurch kann Zink nach seiner Nutzung erneut in bestehende Materialkreisläufe zurückgeführt und wieder eingesetzt werden.
2. Herstellung
Energie und Herstellung
Für die Herstellung von Titanzink spielen sowohl die Herkunft der eingesetzten Energie als auch die Effizienz der Produktionsprozesse eine wichtige Rolle.
RHEINZINK produziert am Standort Datteln im Ruhrgebiet. Zink verfügt im Vergleich zu vielen anderen Baumetallen über einen vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkt. Dadurch kann für die Verarbeitung des Materials weniger Energie erforderlich sein als bei Werkstoffen mit deutlich höheren Verarbeitungstemperaturen.
3. Verarbeitung
Im Gegensatz zu vielen anderen Werkstoffen sind bei der Verarbeitung von RHEINZINK keine über die klassischen Arbeitsschutzmaßnahmen hinausgehenden Maßnahmen zum Schutze der Gesundheit zu treffen. Dies spricht für die Natürlichkeit des Werkstoffs. Außerdem wird Verschnitt und RHEINZINK aus Umbau-oder Sanierungsmaßnahmen durch die Verarbeiter gesammelt und entweder direkt oder aber über den Altmetallhandel an Sekundärschmelzbetriebe verkauft. Die Zinkschrotte werden dort sortiert, geschmolzen, geseigert und abschließend als Zink oder Zinklegierung gegossen.
4. Lebensdauer
RHEINZINK setzt mit seiner Lebensdauer von mehr als 100 Jahren Maßstäbe. Die Langlebigkeit des Werkstoffs beruht auf der im Laufe der Zeit entstehenden Patina –eine sich im Rahmen des natürlichen Bewitterungsprozesses bildende mattgraue Schutzschicht. Diese schützt den Werkstoff nachhaltig. Zusätzlich sorgt sie dafür, dass RHEINZINK während seines langen Lebens weder Wartung noch Pflege benötigt.
Retrospektive Feuerwehrschule Lappersdorf
Seit 45 Jahren bilden Funktionalität und Ästhetik bei der Feuerwehrschule in Lappersdorf eine Einheit. Das Landbauamt Regensburg entschied sich 1977 für ein Sichtmauerwerk und eine RHEINZINK-Bedachung. Diese ist auch nach Jahrzehnten noch der optische Mittelpunkt der bereits zwei Mal erweiterten Anlage. Die patinierte graue Dachfläche aus RHEINZINK bildet auch heute noch einen schönen Kontrast zum Rot des Mauerwerks.
5. Recycling
Mit Recycling wird in der Regel ein Wiederverwertungsprozess beschrieben, nach dem viele Werkstoffe nicht mehr ihre ursprüngliche Qualität haben und in der Folge nur noch für weniger anspruchsvolle Zwecke verwendet werden können.
Die Qualität und die Produkteigenschaften des natürlichen Werkstoffs RHEINZINK bleiben im Vergleich zu vielen anderen Werkstoffen beim Recyclingprozess zu 100 % erhalten. RHEINZINK ist somit ein vorbildlicher Werkstoff im Sinne des CradletoCradle-Prinzips.
Beispiele für kreislaufgerechte Architektur
Ewig wertvoll: Paradebeispiel Kiasma Museum
Das Kiasma Museum in Helsinki wird derzeit saniert. Im Zuge der Arbeiten werden die bestehenden Titanzinkelemente demontiert und für eine weitere Nutzung vorbereitet. Ein Teil des Materials soll künftig bei neuen Bauprojekten in Schweden und Finnland eingesetzt werden.
Das Museum für zeitgenössische Kunst wurde nach einem Entwurf von Steven Holl Ende der 1990er-Jahre realisiert. Aufgrund von Sanierungsarbeiten an der Gebäudehülle erhält das Gebäude eine neue Titanzinkbekleidung. Die demontierten und intakten Scharen werden dabei nicht entsorgt, sondern für eine weitere Verwendung bereitgestellt.
Mit dem Projekt untersucht das ausführende Bauunternehmen Möglichkeiten, Materialien auch bei größeren Bauvorhaben erneut einzusetzen und länger im Nutzungskreislauf zu halten. Projektleiter Pär Johansson betont dabei die Bedeutung der Materialwahl für zukünftige Bauprojekte und die Frage, welche Werkstoffe sich für eine weitere Nutzung oder Rückführung in Materialkreisläufe eignen.
Die wiederverwendeten Titanzinkelemente zeigen beispielhaft, wie Materialien nach ihrer ersten Nutzung für weitere Anwendungen zur Verfügung stehen können.
Partnerschaft mit Madaster
Kreislaufwirtschaft ist ein vom Unternehmen als wesentlich identifiziertes Thema. Seit 2022 ist RHEINZINK nun Madaster Innovation Partner, um Immobilienbesitzern die Realisierung kreislauffähiger Gebäude zu ermöglichen und die Wiederverwendung von Materialien zu fördern.
Über Madaster
Madaster ist ein Kataster für Materialien, die den zirkulären Einsatz von Produkten und Materialien in der Bauwirtschaft ermöglicht. Die Online-Plattform bietet Immobilieneigentümern und anderen Stakeholdern die Möglichkeit, Daten ihrer Immobilien zu speichern, zu verwalten, anzureichern und auszutauschen. Neben der Erstellung von Material-Passports von Gebäuden, ermöglicht Madaster finanzielle und zirkuläre Bewertungen, die die Verwaltung und die Veräußerung von Immobilien und die Wiederverwendung von Materialien und Produkten unterstützen.










