Industriedenkmal in Bewegung
Nachhaltige Dachsanierung mit RHEINZINK
Wo heute Skateboards rollen, BMX-Räder über Rampen springen und Familien auf den Stufen des Cafés verweilen, stand lange Zeit eine leerstehende Industriehalle. Die ehemalige Eggenfabrik im Münchner Westen, erbaut 1909/1910, hätte wie viele historische Gewerbebauten verschwinden können. Stattdessen wurde sie zum Ausgangspunkt einer außergewöhnlichen Transformation: Aus dem denkmalgeschützten Bestand entstand ein Actionsportzentrum, das Sportstätte, Nachbarschaftstreff und Modellprojekt für nachhaltiges Bauen im Bestand zugleich ist. Im Mittelpunkt steht dabei ein Ansatz, der aktueller kaum sein könnte: Bestehende Gebäude nicht als Hindernis, sondern als Ressource zu verstehen.
Gemeinsam mit der Landeshauptstadt München entwickelten Architekiten des Behnisch Architekturbüro einen Ort, der historische Substanz bewahrt, soziale Teilhabe fördert und gleichzeitig neue Antworten auf die Herausforderungen des Bauens von morgen gibt.
Bestand weiterdenken
statt neu bauen
Die ehemalige Fabrikhalle blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Nach unterschiedlichen gewerblichen Nutzungen stand das Gebäude viele Jahre leer. Mit dem wachsenden Bedarf an wetterunabhängigen Flächen für Actionsportarten rückte der Standort jedoch erneut in den Fokus. Neben einem Neubau entschied sich die Stadt bewusst für die Aktivierung des Bestands der Eggenfabrik. Denn jede erhaltene Tragstruktur, jede bestehende Wand und jedes weitergenutzte Bauteil spart Ressourcen, vermeidet Emissionen und bewahrt bereits gebundene graue Energie. „Bestandsgebäude können als Rohstofflager verstanden werden“, erklärt Bauer. „Durch ihren Erhalt vermeiden wir neue Flächenversiegelung und sparen erhebliche Mengen an CO₂ ein.“
Architektur für Teilhabe
Ein Ort, an dem sich jeder willkommen fühlt
Von Beginn an war das Actionsportzentrum als offener Ort für alle gedacht. Gemeinsam mit zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern entwickelte die Stadt München ein Raumprogramm, das weit über die Anforderungen einer klassischen Sporthalle hinausgeht. Taktile Leitsysteme, kontrastreiche Oberflächen, barrierefreie Wegeführungen sowie speziell abgestimmte technische Lösungen ermöglichen die Nutzung auch für Menschen mit Seh-, Hör- oder Mobilitätseinschränkungen. „Das Wichtigste an diesem Ort ist, dass sich jeder willkommen fühlt – unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Hintergrund“, so Andrada Bauer.
Architektonisches Herzstück
Ein Dach aus Holz, Glas, Photovoltaik + RHEINZINK
Kaum ein Bauteil prägt die Transformation der ehemaligen Fabrikhalle so stark wie das neue Dach. Über der historischen Stahlkonstruktion entstand eine zeitgemäße Dachlandschaft aus Holz, Glas, Photovoltaik und RHEINZINK. Ein neu entwickeltes Oberlicht bringt Tageslicht tief in die Halle, verbessert die Belichtung der Sportflächen und übernimmt gleichzeitig Funktionen der Entrauchung und natürlichen Belüftung. In die Verglasung integrierte Photovoltaikmodule erzeugen regenerative Energie und sorgen zugleich für Verschattung.
Rheinzink verbindet Bestand und Zukunft
Denkmalschutz. Gestaltung. Technische Präzision.
Neben dem großzügigen Glas-Oberlicht prägt eine Dacheindeckung aus RHEINZINK-prePATINA schiefergrau die neue Dachlandschaft. Die Wahl des Materials erfolgte bewusst. Zum einen fügt sich die vorbewitterte Oberfläche harmonisch in den industriellen Charakter des Gebäudes ein. Zum anderen erfüllt das Material die anspruchsvollen technischen Anforderungen des denkmalgeschützten Tonnendachs. Die Dachflächen weisen unterschiedliche Neigungen zwischen 13 und 60 Grad auf. Mit der Doppelstehfalztechnik ließ sich diese komplexe Geometrie präzise und dauerhaft umsetzen. „Mit der Doppelstehfalzdeckung konnten wir die unterschiedlichen Dachneigungen problemlos ausführen“, erklärt Andrada Bauer. „Gleichzeitig verleiht die Lineatur dem Dach eine klare Struktur und eine ruhige Erscheinung“. Die feinen Stehfalze unterstreichen die Form des Daches und schaffen eine präzise, handwerklich geprägte Oberfläche, die den industriellen Charakter des Gebäudes auf zeitgemäße Weise weiterführt.
Die Nachhaltigkeitsstrategie
langlebige, wartungsarme, kreislauffähige Materialien
Nachhaltigkeit wurde beim Actionsportzentrum konsequent über den gesamten Lebenszyklus betrachtet. Neben dem Erhalt des Bestands spielten dabei langlebige, wartungsarme und kreislauffähige Materialien eine zentrale Rolle. RHEINZINK fügt sich in diese Strategie nahtlos ein. Die hohe Lebensdauer, die Pflegeleichtigkeit und die vollständige Recyclingfähigkeit unterstützen den Anspruch eines ressourcenschonenden Bauens. „Man kann die Bahnen problemlos zurückbauen und wieder in einen Kreislauf einbringen“, so Bauer.
Ein Ort mit Zukunft
Zirkularität. Bestandserhalt. Identität.
Das Actionsportzentrum zeigt, welches Potenzial in der Transformation bestehender Gebäude steckt. Heute treffen hier Kinder, Jugendliche, Sportlerinnen, Familien und Nachbarn aufeinander. Die ehemalige Industriehalle ist wieder Teil des städtischen Lebens geworden – und beweist, dass nachhaltiges Bauen nicht immer bei Null beginnen muss. Oder wie Andrada Bauer es zusammenfasst: „Zirkularität, Bestandserhalt und Identität – das sind die drei Begriffe, die dieses Projekt für mich beschreiben.“
Das Material.
Schon gewusst?
RHEINZINK-prePATINA schiefergrau ist ein hochwertiger Titanzink-Werkstoff mit einer bereits ab Werk vorbewitterten Oberfläche. Der charakteristische schiefergraue Farbton verleiht Dächern und Fassaden eine edle, zeitlose Optik, die sich besonders harmonisch in moderne und historische Architektur einfügt. Das Material überzeugt durch seine Langlebigkeit, Wartungsfreiheit und natürliche Patinabildung, die die Oberfläche dauerhaft schützt. Dank seiner hohen Formbarkeit eignet sich RHEINZINK-prePATINA schiefergrau auch für anspruchsvolle Dachgeometrien und präzise architektonische Details. Zudem ist der Werkstoff vollständig recycelbar und steht für nachhaltiges Bauen.
Über die Architektin
Andrada Bauer ist Architektin bei Behnisch Architekturbüro und seit mehr als zehn Jahren Teil des Münchener Büros. Nach ihrem Architekturstudium betreute sie zahlreiche Bildungsprojekte sowie öffentliche Bauprojekte. Beim Actionsportzentrum München verantwortete sie wesentliche Teile der Ausführungsplanung und begleitete den ersten Bauabschnitt bis zur Fertigstellung. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen nachhaltige Architektur, Bauen im Bestand sowie die Entwicklung von Gebäuden mit hoher sozialer und gesellschaftlicher Wirkung.
Eckdaten zum Objekt
Objektname: Actionsportzentrum
Anwendung: Dach in RHEINZINK-prePATINA schiefergrau; Winkelstehfalz, Doppelstehfalz
Bauherren: Landeshauptstadt München, Referat für Bildung und Sport, Projektleitung Baureferat
Architekt: Behnisch Architekturbüro
Fotos: David Matthiessen




