Materialhinweise

Transport & Lagerung

Grundsätzlich muss darauf geachtet werden, dass RHEINZINK-Produkte immer trocken und belüftet gelagert und transportiert werden. Daher sollte ein offener Transport, insbesondere bei wechselhaftem Wetter, vermieden werden. Zur optimalen Lagerung auf der Baustelle sollte bei der Bauleitung ein trockener, durchlüfteter Raum angefordert werden.

Werden diese Regeln nicht beherzigt, so muss mit der Bildung von Zinkhydroxid gerechnet werden. Weiterhin ist zu vermeiden:

  • Abdeckung von Coils, Scharen oder Profilen ohne Durchlüftung
  • Taupunktumschlag
  • Lagerung auf feuchtem Boden
  • Transport/Lagerung auf feuchten Paletten
  • Zu enges Stapeln des Materials bei Transport und Lagerung (auch zur Vermeidung von Scheuerstellen)

Übrigens liefern wir unsere Coils auf Wunsch auch mit einer Papphülse aus. Die Papphülse dient der Verstärkung der Coils und verhindert die Deformierung der Coils bei längerer Lagerung.

Während der Verarbeitung zu beachten

  • Das Tragen von Handschuhen zur Vermeidung von Fingerabdrücken ist dringend zu empfehlen.
  • Anzeichnen: Mit weichen Stiften, nicht mit scharfen, spitzen Gegenständen
  • Biegeradien: Ein Mindestbiegeradius von 1,75 mm sollte eingehalten werden. Bei Metalldicken (t) über 1,0 mm gilt für den Mindestbiegeradius: 1,75 x t [mm].
  • Rollformen: Die Umarbeitung in den üblichen Rollformern ist uneingeschränkt möglich. Etwaige Verschmutzungen und Ablagerungen an den Rollensätzen sollten entfernt werden, um Beschädigungen an der Oberfläche oder an Beschichtungen zu vermeiden.
  • Metalltemperatur: Bei Metalltemperaturen < 10 °C ist als Zusatzmaßnahme beim schlagartigen Umformen (Falzarbeiten, Kanten) das Erwärmen des Bearbeitungsbereichs z. B. mit einem Heißluftfön erforderlich.
  • Weichlöten: Vor dem Auftragen des Flussmittels muss bei RHEINZINK-prePATINA schiefergrau sowie bei der Produktlinie artCOLOR die Schutz- bzw. Lackschicht abrasiv entfernt werden. Danach wird herkömmlich das Flussmittel aufgetragen. Unser empfohlenes Flussmittel ist „ZD-pro“ von Felder.
  • Produkte mit Schutzfolie: Wir weisen darauf hin, dass Schutzfolien ihre Eigenschaften aufgrund von Einflüssen aus der Umwelt (Sonnenlicht/UV-Strahlung, Frost, Temperaturwechsel und Feuchtigkeit) verändern können. Aus diesem Grund empfehlen wir die Folierung direkt nach der Montage zu entfernen.

Bei besonders hohen Erwartungen an die optische Qualität können folgende Maßnahmen ergriffen werden, um Verarbeitungsspuren weiter zu minimieren. Diese gelten insbesondere für die Produktlinie artCOLOR.

  • Falze sollten per Hand mit einem Falzschließer geschlossen werden. Als zusätzlicher Schutz kann ein weicher Lappen als Trennung auf das Werkzeug gelegt werden.
  • Werkzeuge wie z. B. Falzzange, Quetschfalzzange etc. können mit einem selbstklebenden Vlies abgeklebt werden.
  • Es sollten Nylon-Hämmer und Nylon-Falzstücke verwendet werden.
  • Metalltemperatur: Bei Metalltemperaturen < 10 °C sollte auch beim Rollformen das Material parallel zum Umformprozess angewärmt werden. Bei „Knotenpunkten“ oder anderen kritischen Detailpunkten kann es auch bei Temperaturen ≥ 10 °C sinnvoll sein, das Material im Arbeitsbereich anzuwärmen. Das Anwärmen sollte behutsam erfolgen und auf eine offene Flamme verzichtet werden. Die Materialtemperatur darf 80 °C nicht überschreiten.

Reinigung von RHEINZINK-CLASSIC und -prePATINA Oberflächen

RHEINZINK ist ein naturbelassener Werkstoff, der auf seiner Oberfläche eine festhaftende, natürliche Schutzschicht bildet, die sogenannte Patina. Durch die Bildung der Patina verfügt der Werkstoff über einen Eigenschutz, wodurch sich Oberflächenbeschichtungen in aller Regel erübrigen. Gleichzeitig findet durch natürliche Alterung und Kontakt mit Regenwasser eine ständige Selbstreinigung statt, so dass der Werkstoff RHEINZINK, im Gegensatz zu beschichteten Materialien, keinerlei Reinigung und Wartung benötigt. 

Während der Bauphase kann es jedoch zu Verunreinigungen z. B. durch Staub, Putz-/ Mörtelreste oder Fingerabdrücke kommen. Auch Verschmutzungen durch Vogelkot können auftreten. Diese können im Normalfall direkt nach der Verunreinigung mit RHEINZINK-Sweeper entfernt werden. Sweeper ist ein Oberflächenschutzöl, das für die Reinigung von Metallen im Dach- und Fassadenbereich geeignet ist. Die Verwendungshinweise zu RHEINZINK-Sweeper und eine allgemeine Reinigungsempfehlung für alle RHEINZINK-Oberflächen haben wir im Downloadbereich für Sie bereitgestellt.

Mögliche Einflüsse auf das Zinkmaterial

Einfluss oberhalb verlegter Metalle

Unbedenklich:

  • Aluminium, blank oder beschichtet
  • Blei
  • nicht rostender Stahl
  • verzinkter Stahl (jedoch Rostablaufspuren u.a. durch ungeschützte Schnittkanten möglich)

Bedenklich:

  • Kupfer

Einfluss oberhalb verlegter Dachbahnen

Bei Verwendung folgender Produkte ist ein Schutzanstrich erforderlich, z. B. mit Enke Multi Protect:

  • ungeschützte, bituminöse Dachbahnen ohne Besplittung/ Kiesschüttung (Oxidationssäurekorrosion)
  • PVC-Dachbahnen (Säureemission)
  • ECB-Dachbahnen (Säureemission)

Bei Verwendung anderer Produkte empfehlen wir den Hersteller der Bahnen zu den zu erwartenden pH-Werten der durch UV-Strahlung entstehenden Abbauprodukte zu befragen. PH-Werte zwischen 5,5 und 11 sind für den Werkstoff RHEINZINK in Hinblick auf Korrosionsschäden unproblematisch.

Einfluss anderer Stoffe

  • Durch oberhalb verlegte Holzweichfaserplatten kann es zu Ablaufspuren auf Traufstreifen oder Dachentwässerungsprodukten kommen, die aber in der Regel nicht korrosiv wirken.
  • Mineralische Werkstoffe wie Kalk, Zement, Gips wirken mit Feuchtigkeit auf Metalle korrosiv. Zwischen RHEINZINK-Bauprofilen und diesen Baustoffen muss eine geeignete Trennschicht montiert werden. Montagefolge: Putzarbeiten vor RHEINZINK (möglichst foliertes Material verwenden).
  • Streusalz wirkt in Verbindung mit Feuchtigkeit auf Metalle korrosiv. Daher sollten Fassadenbekleidungen grundsätzlich einen ausreichend großen Abstand zum Boden aufweisen in der Regel ≥ 30 cm.
  • Klinkerreinigungsmittel wirken auf Metalle korrosiv.
  • Es sollten gemäß dem Merkblatt “Fugendichtungen in der Klempnertechnik” nur neutral reagierende Silikon-Dichtstoffe eingesetzt werden.

Fassadenbekleidungen aus Holz oberhalb von RHEINZINK

Wechselwirkungen mit dem Naturwerkstoff Holz ergeben sich im Wesentlichen durch dessen pH-Wert. Als wichtige chemische Kenngröße definiert der pH‑Wert, wie sauer oder basisch eine Substanz ist.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass pH-Werte zwischen pH 5,5 und pH 11 für den Werkstoff  RHEINZINK in Hinblick auf Korrosionsschäden unproblematisch sind.

Uns sind keine Fälle bekannt, bei denen ausgelöst durch Oberflächenwasser von holzbekleideten Fassadenflächen, eine signifikante Korrosion stattfand, die zu einer nachweislichen Verringerung der Lebensdauer einer mit RHEINZINK bekleideten Fläche geführt hat. Gleichwohl kann es durch Oberflächenwasser einiger Holzsorten wie z.B. Eiche oder Red Cedar zu starken Verfärbungen der Oberfläche kommen. Diese stellen jedoch lediglich eine optische Beeinträchtigung dar.

Um eine mögliche optische Beeinträchtigung durch Ablaufspuren – resultierend aus Schmutzablagerungen und/oder aufgrund der auftretenden pH-Werte – zu vermeiden, sollte daher idealerweise bei der Detailplanung darauf geachtet werden, Oberflächenwasser von mit Holz bekleideten Flächen gesammelt abzuführen.

Einfluss von Ölheizungen

Wie bei allen hellen Dachdeckungswerkstoffen können Verfärbungen sichtbar werden, verursacht durch den Niederschlag von Abgasinhaltsstoffen aus der Ölverbrennung. Heizöl enthält noch geringe, nicht brennbare Ascheanteile sowie Schwefel und manchmal auch eisenhaltige Additive. Die daraus resultierenden Ablagerungen auf der Oberfläche haben keinen Einfluss auf die Lebensdauer unseres Materials.

Nutzungshinweise bei den Produktlinien RHEINZINK-CLASSIC und -prePATINA

Die Patinabildung

Die Produkte beider Linien besitzen eine natürliche Oberfläche, die ab dem ersten Tag an der Atmosphäre eine sogenannte Patina aus Zinkkarbonat entwickelt. Durch die Einwirkung von Luftsauerstoff, Wasser (Regen, Feuchtigkeit) und Kohlendioxid aus der Luft bildet sich die festhaftende und wasserunlösliche Deckschicht aus basischem Zinkkarbonat (Patina). Die Materialoberfläche ist deshalb wartungsfrei und bedarf als natürliches Produkt keiner Pflege oder Reinigung.

Ganz im Gegenteil, kleine Kratzer an der Oberfläche verschwinden durch die Bildung der Patina nach einiger Zeit.

Der Prozess verläuft nicht an allen Stellen zeitgleich. Es bilden sich zunächst tropfenförmige Grautonbereiche, die mit fortschreitender Schutzschichtbildung zusammenwachsen und die bekannte, einheitlich blaugraue Patina ergeben. Dieser Vorgang ist absolut charakteristisch für walzblanke Oberflächen. Er kann je nach Intensität der Feuchteeinwirkung, Orientierung und Lage des Gebäudes als auch der Neigung der bekleideten Fläche innerhalb von Wochen bis hin zu Jahren andauern. Grundsätzlich gilt, je intensiver bzw. länger das Regenwasser auf der Fläche verbleibt, desto schneller entwickelt sich die Patina. Häufig wird diese Materialeigenschaft von Architekten sogar als Gestaltungsmittel eingesetzt, um die natürliche Alterung des Gebäudes zu unterstreichen.

Die Vorteile der RHEINZINK-prePATINA Line

Alternativ zu der Verwendung von walzblankem Material können unsere „vorbewitterten“ Oberflächenvarianten verwendet werden.

Es ist das einzige Material auf dem Markt, welches über eine wahre natürliche Oberfläche verfügt, die weder beschichtet noch lackiert ist. Die Farbwirkung ergibt sich vielmehr aus der Metalllegierung selbst.Die prePATINA schiefergrau hat im Vergleich zu unserem prePATINA blaugrau einen etwas höheren Kupfergehalt, so dass mittels unseres einzigartigen RHEINZINK-Beizprozesses eine dunklere Farbgebung entsteht.

Die beiden Farbtöne unserer prePATINA-Oberflächen ergeben sich also aus dem natürlichen Basis-Material und besitzen bereits ab Werk einen Farbton, der dem der weiteren Patina-Bildung am Objekt sehr nahe kommt.

Im Gegensatz dazu bildet sich bei allen anderen Oberflächen (phosphatiert oder lackiert) die natürliche Patina erst nach dem Abbau der Beschichtung oder des Lacks.

Verarbeitungsspuren

Sollten während der Montage Kratzer auf der Oberfläche entstanden sein, so werden diese im Zuge der sofort einsetzenden Patinabildung langfristig überdeckt.

Änderung in der Farbgebung

Da es sich hier um einen Naturwerkstoff handelt reagiert dieser auch mit seiner Umgebung. Es können Verfärbungen unter anderem durch Fettablagerungen oder Ablagerungen von Pollenstaub entstehen. Flecken können aber auch durch Streusalz, Vogelkot oder das Aufstellen von anderen Teilen wie beispielsweise Aschenbecher oder Blumentöpfen im waagerechten Bereich entstehen.

Fingerabdrücke

Fingerabdrücke können durch das Tragen von Handschuhen während der Verarbeitung vermieden werden.

Fingerabdruckspuren, die auf der Metalloberfläche durch Hautschweiß entstanden sind, werden je nach Intensität durch die natürliche Bewitterung mit der Zeit nicht vollständig überdeckt, sondern sind für einen langen Zeitraum optisch wahrnehmbar.

Die einzige verlässliche Möglichkeit, diese optische Beeinträchtigung zu beseitigen, ist die abrasive Reinigung der betroffenen Flächen mit Edelstahlwolle o. ä., sowie eine Nachbehandlung mit unserem säurefreien Finish-Öl RHEINZINK-Sweeper.

Durch die abrasive Behandlung kann die Oberfläche unserer „vorbewitterten“ Oberflächenqualitäten  beeinträchtigt werden und wieder walzblank erscheinen. Diese Bereiche bewittern an der Atmosphäre nach. Die Patina bildet sich neu. Der Zeitraum der Patina-Neubildung ist insbesondere abhängig von der Orientierung und Neigung der Bauteile.

Salzablagerungen in Regionen mit Meeresklima

Bei der Anwendung der natürlichen prePATINA Line kann es in Regionen mit maritimen Klima aufgrund der salzhaltigen Luft zu weißen Ablagerungen kommen. Diese natürlichen Ablagerungen integrieren sich in die natürliche Patina und sind aufgrund des Farbkontrastes vor allem auf der dunklen Oberfläche RHEINZINK-prePATINA schiefergrau sichtbar. Die Funktion und betriebsgewöhnliche Lebensdauer des Materials wird hierdurch nicht beeinträchtigt, wenn es für Fassaden, Dächer und andere Bauteile verwandt wird.
Insgesamt erscheint die natürliche Patina in Regionen mit chloridhaltiger Luft heller. In Regionen mit Belastung durch Schwefel aus z.B. Abgasen, erscheint die Patina eher dunkler als üblich.

Wellenerscheinungen

Alle gewalzten Metalle haben die Eigenschaft walztechnisch bedingte Wellenbildungen im verlegten Zustand durch die Reflexion des Lichtes optisch hervortreten zu lassen.

Die DIN EN 988 lässt bei gewalzten Titanzink-Tafeln/Bändern – vor der weiteren Verarbeitung – Abweichungen in der Planheit von 2 mm zu. Bei allen Oberflächenvarianten werden solche Wellen optisch nicht mehr wahrgenommen, wenn die Blickrichtung auf die Oberfläche verändert wird (Veränderung des Auftreffens und damit des Reflexionswinkels).

Darüber hinaus werden diese leichten dünnblechspezifischen Wellen optisch erheblich weniger erkennbar, sobald auf der walzblanken Oberfläche die Patinabildung beginnt oder durch das Abwaschen des temporären Oberflächenschutzfilmes (insb. für Transport, Lagerung und Installation) bei den „vorbewitterten“ Oberflächen keine starken Reflexionen mehr auftreten können. Innerhalb welchen Zeitraumes die weitere Patina-Bildung am Objekt einsetzt, hängt von den Witterungsverhältnissen (insbesondere Feuchtigkeit) und den örtlichen Gegebenheiten ab. Aus vorgenannten Gründen ist eine seriöse Zeitangabe nicht möglich.

Farbvariationen

RHEINZINK-CLASSIC und die vorbewitterten Oberflächen prePATINA blaugrau und schiefergrau sind natürliche Materialien, die an der Atmosphäre mit der Bildung einer schützenden Patina beginnen. Eine spezielle Beize bei der prePATINA Linie erzeugt aus der RHEINZINK-Legierung die Optik einer echten Patina ab Werk, wie sie sonst erst nach längerer Zeit durch natürliche Einflüsse eintritt. Die Beizung ergibt eine gleichmäßige Farbgebung, die jedoch nicht mit einem RAL-Farbton verglichen werden kann.

Produktionsbedingt können leichte Unterschiede auftreten, die rein optischer Natur sind und sich bei der prePATINA Linie in der Regel im Zuge der Patinabildung am Objekt angleichen.

Um objektbezogen optische Beeinträchtigungen auszuschließen, sollten bei der Bestellung besondere Anforderungen an die Oberflächengleichheit mitgeteilt werden.

Aufgrund des höheren Kupferanteils bei prePATINA schiefergrau kann darüber hinaus das Kupfer mit der Atmosphäre reagieren und ein natürlicher, leicht grünlicher Hauch auf dieser Oberfläche entstehen.

Untersichtbekleidungen

Im Bereich von Untersichtbekleidungen sind unter bestimmten Voraussetzungen Veränderungen im Patinierungsverhalten möglich. Dies kann abhängig sein von der Größe und/oder der Orientierung (Himmelsrichtung) der Untersicht. Unter Umständen kann es zu einer Zinkhydroxidbildung kommen. Insbesondere in marinem Klima muss mit Salzablagerungen gerechnet werden.